Hier könnte Ihre Werbung stehen!

Freiburger Friedenswochen

Bis 25. November laufen die diesjährigen Freiburger Friedenswochen. Sie stehen unter dem Motto: „Die Mauern des Sicherheitsdenkens überwinden“. Die nächste Veranstaltung ist am Dienstag, 10. November. Es berichtet André Shepherd. Er war US-Soldat im Irak. Seine Erfahrungen dort führten ihn zu der Entscheidung, sich der Beteiligung an diesem Krieg aus Gewissensgründen zu entziehen – er desertierte. Seither droht ihm Bestrafung in seiner Heimat.

Sicherheit nach außen und nach innen – das sei das alles übergreifende Thema deutscher Außen- und Innenpolitik, so die Veranstalter, der Friedenswochen-Verein und das Freiburger Friedensforum. Zu dieser Sicherheitspolitik gehören die Auslandseinsätze der Bundeswehr ebenso wie die zivil-militärische Zusammenarbeit im Innern. Dazu gehören auch die Abwehr und die Abschiebung von Flüchtlingen aus Nicht-EU-Ländern. Diese sogenannte Sicherheitspolitik wird zunehmend mit Hilfe moderner Überwachungstechnik perfektioniert – bis in die Privatsphäre der Menschen hinein. Inzwischen wächst die Erkenntnis: Immer mehr Sicherheit führt zu immer mehr Einschränkung demokratischer Freiheitsrechte und der Menschenrechte.

Am kommenden findet im Rahmen der Friedenswochen der Vortrag mit André Shepherd statt. Es geht um die USA und Deutschland nach dem Irakkrieg. Der Vortrag von Shepherd ist in Englisch, allerdings mit deutscher Übersetzung. Treffpunkt ist um 19 Uhr im DGB-Haus, Hebelstraße 10, Hintereingang im Hof.

André Shepherd ging mit 27 Jahren zur US-Armee – mit der Hoffnung, Pilot werden zu können, weil er keine andere Perspektive auf dem Arbeitsmarkt sah. Zudem wollte er gegen Unterdrückung und Terror kämpfen. Die US-Armee entschied, dass er Mechaniker für die Apache-Hubschrauber werden solle. Nach einer kurzen Stationierung in Katterbach (Bayern) kam er 2004 für ein halbes Jahr in den Irak.

Die Realität des Krieges weckte Zweifel. Recherchen nach seinem Einsatz bestätigten seine Bedenken am Kriegseinsatz. Schließlich entschied er sich, die Armee unerlaubt zu verlassen.

Diese Entscheidung hatte für Shepherd Konsequenzen: Auch unter dem neuen US-Präsidenten Barack Obama bleibt er von Strafverfolgung und Inhaftierung bedroht. Zudem werden Deserteure unehrenhaft aus der Armee entlassen, womit sie in den USA als Verräter ausgegrenzt werden und kaum eine Chance auf einen Job haben.

Im November 2008 beantragte André Shepherd Asyl in Deutschland. Er beruft sich dabei auf die Qualifizierungsrichtlinie der Europäischen Union. Mit ihr sollen die geschützt werden, die sich einem völkerrechtswidrigen Krieg oder völkerrechtswidrigen Handlungen entziehen. Shepherd fordert eine andere Politik: “Auch die Gräueltaten in Afghanistan dürfen nicht heruntergespielt werden. Wenn Obama einen wirklichen Wandel will, muss er den ‘Krieg gegen den Terror’ vollständig beenden.”

Die weiteren Veranstaltungen: Donnerstag, 12. November, „The Monster’s on the loose – Bundeswehr wegtreten!” in Freiburg, 20 Uhr, KTS, Basler Straße 103; Montag, 16. November, „Flucht und Migration – Die Luft ist schwer wie Blei”, 19:30 Uhr, Universität, KG I, Hörsaal 1221; Donnerstag, 19. November, „Okkupation des Zivilen – zivil-militärische Zusammenarbeit in Deutschland“, 20:00 Uhr, Café Velo, Wenzinger Straße 15; Freitag, 20. November, „NATO: Kriege und kein Ende – kann oder muss es einen Ausstieg aus dem Bündnis geben?“, 19:30 Uhr, Universität, KG III, Hörsaal 3042; Dienstag, 24. November, „Der Auftrag“, Ein-Mann-Theaterstück, 20 Uhr, Theatersaal der Fabrik, Vorderhaus, Habsburger Straße 9, Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 2 Euro; Mittwoch, 25. November, „Die Verdammten der Globalisierung“, 19:30 Uhr, Universität, KG III, Hörsaal 3043.

Weitere Infos unter www.fffr.de.

Kommentieren