Gebetswoche bundesweit: viele Ideen, weniger Beter
Die Zahl der Beterinnen und Beter bei der am Sonntag zu Ende gegangenen Allianz-Gebetswoche war bundesweit etwas niedriger als in den Vorjahren, teilt die die Evangelische Allianz Deutschland in Bad Blankenburg mit – allerdings waren es demnach immer noch rund 300.000 Menschen. Anteil an dem Rückgang soll die sehr winterliche Witterung gehabt haben. Bei den Formen des Gebets sei dafür eine wachsende Vielfalt zu beobachten.
Etwa 300.000 Teilnehmer haben an rund 1.100 Orten vom 10. bis 17. Januar an der internationalen Gebetswoche der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) teilgenommen. Die leicht rückläufige Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr erklärt sich laut einer Mitteilung der DEA aufgrund der Rückmeldungen aus den Orten an die Deutsche Evangelische Allianz durch die schwierigen Witterungsverhältnisse.
Das Thema „Zeuge sein“ wurde dabei in einem gemeinsamen Projekt von Christen aus den Niederlanden und Tschechien erarbeitet. „Hier wurde sehr gut die Herausforderung des missionarischen Christseins in den Fokus gestellt. Das missionarische Zeugnis von Jesus Christus ist und bleibt die Hauptaufgabe der Christen“, so der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb.
Dabei spielte es eine große Rolle, dass das missionarische Zeugnis derzeit in der Öffentlichkeit umstritten sei. „Die Gebetswoche hat gerade angesichts der Situation Mut gegeben zum missionarischen Leben in Wort und Tat. Aus meiner Sicht ist es sehr erfreulich, dass auch die gesellschaftlichen Dimensionen des Christseins immer selbstverständlicher in das Gebet einbezogen wird“, so Steeb weiter.
Immer neue Gebetsformen
Beim Blick in die verschiedenen Gemeinden habe sich gezeigt, dass die Vielfalt der Gebetsformen in den vergangenen Jahren zugenommen hat: Dazu gehörten Gebetskonzerte, Gebete an „Gebetsstationen“, die unter verschiedenen Themenschwerpunkten angeboten werden und das Gebet an Orten des öffentlichen Geschehens, wie z.B. erstmals auch in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers in Bergen-Belsen.
Einen besonderen Schwerpunkt bildete das Gebet für verfolgte Christen und die in Geiselhaft befindliche Familie Hentschel im Jemen und die Bemühungen um ihre Freilassung, das Gebet für die Situation in Ägypten nach der Ermordung koptischer Christen und in Haiti nach dem Erdbeben. „Wir sind uns in dieser internationalen Gebetswoche bewusst, dass wir über die Nationen und Erdteile, über die Kulturen und über die Generationen hinweg zu dieser einen christlichen Gemeinde gehören, den Leib Christi bilden“, erklärte Steeb.
Gerade am Beginn des Jahres seien die Gebete und die gemeinsame Ausrichtung auf den lebendigen Gott eine echte Alternative zur Katerstimmung der Festtage. Christen müssten sich darüber bewusst sein, dass Beten auch ein Fest sei, bei der die Menschen persönlich mit Gott reden dürfen
Das Ende des „Sofachristentums“
Trotz aller Unterschiede der Denominationen habe die Gebetswoche gezeigt, dass die Christen zwar vieles unterschiedlich sehen, aber im hohen Ziel um die Wahrheit des Evangeliums eine Einheit bildeten. In Zukunft gelte es das „Sofachristentum“ zu beenden und sich klar zu machen, dass Christen sich immer häufiger in einer Minderheitensituation befinden: “ Dabei müssen wir auch wachsam sein gegenüber politischen Gleichmacherei-Ideologien“, fügte Steeb hinzu.
Im Rahmen der Woche hatte sich der Theologe klar gegen die Bundestagsinitiative der SPD-Fraktion, die dem Artikel 3 des Grundgesetzes auch noch die Gleichberechtigung sogenannter „sexuellen Identitäten“ anfügen wollen, ausgesprochen. „Das würde das Ende der Leitkultur Ehe und Familie bedeuten; auch könnte auf diesem Hintergrund die Vielehe und die mehrseitigen Partnerschaften – gleichzeitig Homo- und heterosexuellen Partnerschaften – eingeführt werden. Beabsichtigt sind mit dieser Initiative auch die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher “ Elternschaft “ und die Abschaffung der Selbstverständlichkeit, dass Kinder im Regelfall ein Anrecht auf Vater und Mutter haben.“
